Hallo,

Ich bin Maximilian, 29, lebe in Berlin und denke gerne über Anthropologie nach – nicht nur in der Forschung, sondern auch in Begegnungen, Medien und kreativen Formaten. Ich habe Ethnografie an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Sozial- und Kulturanthropologie und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin studiert. Besonders interessiere ich mich für urbane Anthropologie, Wissenschaftskommunikation und Public Anthropology – also die Frage, wie ethnografisches Wissen über akademische Kontexte hinaus wirksam werden kann.

Auf dieser Website teile ich meine Forschungsprojekte, Ideen und Gedanken zu diesen Themen – etwa zu Waschbären in Berlin, einem spekulativen Forschungsinstrument namens Snoopy 1.0 oder den Infrastrukturen des Alterns an der Costa Blanca. Schau dich gerne um und melde dich, wenn du Lust hast, dich auszutauschen!


Von Theorie zu Praxis und zurück

Meine Forschung konzentriert sich auf urbane Infrastrukturen, Affekte, Räume und die Sinne. Ich untersuche, wie diese Elemente in Städten miteinander verknüpft sind – etwa in Projekten zu Waschbären, dem Altern oder virtuellen Räumen.In meiner Forschung bewege ich mich kontinuierlich zwischen Theorie und Praxis – einem zentralen Prinzip der Anthropologie. Während meines Studiums an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin habe ich nicht nur theoretische Konzepte vertieft, sondern auch eigene Projekte entwickelt, die meine akademischen Interessen praktisch erproben. Diese Arbeiten entstanden oft aus eigener Motivation und bieten neue Perspektiven auf urbane Phänomene, Multispecies-Interaktionen und die Zukunft von Infrastrukturen.In Zukunft möchte ich meine Forschung verstärkt auf Performances und Queerness ausrichten, um die sozialen und kulturellen Dimensionen von urbanen Räumen und Identitäten weiter zu erforschen.Neben der inhaltlichen Forschung fasziniert mich besonders, wie wissenschaftliche Erkenntnisse klar und ansprechend kommuniziert werden können. Aus diesem Interesse heraus habe ich einen weiteren Schwerpunkt in der Wissenschaftskommunikation und der Public Anthropology entwickelt.

Design: Maximilian Apel


Podcasting

In verschiedenen Projekten habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie komplexe Inhalte verständlich, unterhaltsam und kritisch reflektiert vermittelt werden können. Hier sind drei Podcasts, an deren Produktion ich mitgewirkt habe:

Apropos Anthropo

Gemeinsam mit Freund*innen habe ich diesen Podcast ins Leben gerufen, um die vielfältigen Aspekte der Sozial- und Kulturanthropologie zu beleuchten. In den bisher veröffentlichten Episoden diskutieren wir Themen wie die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Soziale oder die Herausforderungen des Studienalltags.


More than a Feeling -
Gefühle und Gesellschaft

In diesem Wissenspodcast des Sonderforschungsbereichs „Affective Societies“ der Freien Universität Berlin werden die vielfältigen Rollen von Gefühlen im gesellschaftlichen Leben untersucht. Ich war in den ersten beiden Staffeln in den Bereichen Regie, Editing und Öffentlichkeitsarbeit tätig.


Affect and Colonialism Podcast

Dieser Podcast des Affect and Colonialism Web Labs widmet sich der Untersuchung von Affekten im Kontext des Kolonialismus. In 14 Folgen haben wir verschiedene Perspektiven auf die Verflechtungen von Emotionen und kolonialen Strukturen beleuchtet. Der Podcast ist auf Spotify verfügbar.


Berufliche Erfahrungen

Im Affect and Colonialism Weblab, einer Plattform, die Forscher:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen und Künstler:innen weltweit zusammenbringt, um die affektiven Dynamiken des Kolonialismus zu erforschen, unterstützte ich verschiedene Projekte mit Schwerpunkt auf medialer (Post-)Produktion, Veröffentlichungen sowie der Kommunikation und Betreuung internationaler Gäste. Das Web Lab dient als Raum für Diskussionen über die affektiven Aspekte des Kolonialismus und fördert kreative Formen der Zusammenarbeit.

Im Sonderforschungsbereich „Intervenierende Künste“ unterstützte ich 2024 das Teilprojekt C02 in den Bereichen Wissenschaftskommunikation und Organisation. Der SFB untersucht die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und öffentlichen Diskursen, mit einem Fokus auf politische Involviertheit künstlerischer Praktiken. Mein Beitrag umfasste die Transkription von Interviews, die Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte über die Videohostingplattform Vimeo und die Koordination des Teams über Trello.

Im Sonderforschungsbereich „Affective Societies" an der Freien Universität Berlin habe ich von 2018 bis 2022 als studentischer Mitarbeiter in der Administration und Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Der SFB untersucht, wie Affekte und Emotionen in sozialen Prozessen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eine Rolle spielen. Während meiner Tätigkeit konnte ich nicht nur wertvolle Erfahrungen in der interdisziplinären Kommunikation sammeln, sondern auch die Organisation und das Arbeiten im Forschungsverbund kennenlernen.


Linksammlung

Hier findest du eine Auswahl an Projekten, an denen ich mitgewirkt habe, sowie weitere Ressourcen, die meine Forschungsinteressen und Aktivitäten widerspiegeln.

  • Zine: "Ageing Cities - What we learned from Architecture", November 2023, zum Zine (EN)

  • Studienprojekt: Snoopy 1.0, Speculative Research Device, Februar 2023 , zum Booklet (DE)

  • Website: Raccoon City Berlin, Multimodale Website, August 2022, zur Website (EN & DE)

  • Organisation: "Wahrheit(en). Lebenswelten. Realitäten. - Seeing like an Anthropologist." 17. Ethnosymposium in Berlin, September 2022, zur Website (DE)

  • Studienprojekt: "Ageing Cities", September 2021 - Juli 2022, zum Abschlussvortrag (EN)

  • Workshop: "Why Net Work Together? Gemeinsamer Reflektions- und Aktionsraum für studentische Vernetzungstrukturen", GrenzenÃœberBrücken - Ethnosymposium, Juni 2021, zum Programm (DE)

  • Blogbeitrag: Affektiver Spaziergang durch den Görlitzer Park, Blog Affective Societies, Januar 2021, zum Artikel (DE)

  • Vortrag: Affective spaces in cities - Taking the Example of the Görlitzer Park in Berlin, Far away from Home - International Webinar, Mai 2020, zum Video (EN)

  • Roundtable: Conveying Anthropology, Vienna Anthropology Days, September 2020, zum Video (EN)

Last Update

    Waschbärlin - Februar 2024

    In den letzten Jahren haben die Begegnungen zwischen Waschbären und Menschen in Berlin zugenommen. Die Reaktionen auf diese Aufeinandertreffen sind sehr unterschiedlich. Während die einen die Waschbären für eine Plage halten, die bekämpft werden muss, finden andere sie einfach nur niedlich und wollen sie füttern. Auch für die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz ist die zunehmende Zahl von Waschbären im Stadtgebiet Anlass für ein Pilotprojekt: die "Waschbär-Vor-Ort-Beratung". Diese Anlaufstelle soll Herausforderungen bei Mensch-Tier-Begegnungen ansprechen und die Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit den Kleinbären beraten.Was bedeuten diese Mensch-Tier-Begegnungen für das Zusammenleben in der Stadt? Können wir die Stadt vom Waschbären aus denken? Wir wollen einen anthropologischen Blick auf verschiedene Probleme und Narrative werfen, die den Waschbären und seinen neuen Lebensraum in Berlin konstruieren. Wir wollen die Stadt als einen Ort verstehen, der von verschiedenen Arten geprägt und beeinflusst wird. Durch multimodales Storytelling wollen wir die Komplexität des Themas Multispezies-Anthropologie für ein breiteres Publikum greifbar machen.

    Zine: Ageing Cities - November 2023

    Wie reagieren Städte auf den demografischen Wandel? Und wie gestalten sich urbane Räume für ältere Generationen?Im Rahmen des ethnographischen Studienprojekts Ageing Cities (M.A. Ethnographie, Humboldt-Universität zu Berlin, 2021–2022) untersuchten wir generationsübergreifende Designherausforderungen, die als Late Life Urbanism bekannt sind. Eine Forschungsreise führte uns an die Costa Blanca, wo wir die Rolle älterer Bevölkerungsgruppen in urbanen Transformationsprozessen erforschten.Unsere Erkenntnisse haben wir in einem Zine zusammengefasst, das auf der Website des Stadtlabors der Humboldt-Universität verfügbar ist.

    Snoopy 1.0 - Februar 2023

    Snoopy 2.0 ist ein experimentelles Forschungsinstrument, das wir im Wintersemester 2022/2023 im Rahmen eines Studienprojekts entwickelt haben. Es lädt Teilnehmende dazu ein, mit uns eine Art Stille Post zu spielen – mit dem Fokus auf Begriffe der Kooperation. Durch den Wechsel zwischen Zeichnungen und Texten wollen wir Missverständnisse aufdecken und im Anschluss reflektieren.Inspiriert von Spielen und wissenschaftlichen Texten haben wir Snoopy 2.0 als kommunikatives Werkzeug konzipiert, das Hemmungen abbauen und Raum für vielfältige Interpretationen schaffen soll. Erstmals kam es im Workshop Überflüsse der Zusammenarbeit zum Einsatz.So funktioniert’s:
    Eine Frage erscheint im Sichtfenster von Snoopy 2.0. Die erste Person reagiert mit einer Zeichnung oder einem Text. Danach wird die Kurbel betätigt, bis der nächste Beitrag sichtbar wird. Eine Runde besteht aus 4–5 Beiträgen. Anschließend wird das entstandene Papier entnommen und gemeinsam diskutiert, bevor eine neue Runde mit einem frischen Begriff beginnt.

    Infrastructuren selbstgemacht - November 2022

    Bei meinen Spaziergängen durch den Arnswalder Platz nehme ich diesen Ort oft als selbstverständlich hin. Der Park ist einfach da – ein Teil der urbanen Landschaft, den ich auf dem Weg zu Besorgungen durchquere. Doch eines Tages fiel mir ein ungewöhnliches, selbstgebautes Müllsystem auf: dekorierte Behälter mit der Aufschrift „Bitte leeren und zurückstellen“. Dies erregte meine Aufmerksamkeit und ließ mich darüber nachdenken, wie einige Menschen aktiv ihre Umgebung durch das gestalten, was ich nun als DIY-Infrastrukturen verstehe.Diese Initiativen spiegeln drei Arten des Engagements wider:

    • Mit dem System arbeiten (doing with): Projekte wie Gemeinschaftsgärten oder informelle Recyclingsysteme arbeiten kooperativ mit städtischen Infrastrukturen zusammen und füllen Lücken, die durch unterfinanzierte Dienstleistungen entstehen.

    • Gegen das System arbeiten (doing against): Initiativen wie besetzte Häuser oder von Aktivisten durchgeführte Reparaturen vernachlässigter Räume widersprechen oder fordern offizielle Systeme heraus und machen Mängel in der Stadtplanung sichtbar.

    • Anstelle des Systems arbeiten (doing instead): Beispiele wie Graswurzel-Internetnetzwerke oder informelle Sharing-Ökonomien umgehen die Stadtverwaltung vollständig und bieten Alternativen, die neue Lebensweisen in der Stadt schaffen.

    Für mich offenbaren diese Initiativen ein dynamisches urbanes Umfeld, das von unten nach oben gestaltet wird. Sie machen verborgene Probleme sichtbar und bieten kreative, praktische Lösungen. Gleichzeitig werfen sie Fragen zur Nachhaltigkeit, Ausgrenzung und Privatisierung auf. DIY-Infrastrukturen verändern nun meine Sicht auf die Stadt: als einen umkämpften, partizipativen Raum, in dem offizielle und inoffizielle Systeme ständig miteinander verflochten sind.

    Affektiver Spaziergang im Görli - Januar 2021

    Der Görlitzer Park ist oft im Fokus von Berichterstattungen gewesen. Häufig liest man in den Schlagzeilen, der Görli sei Drogenumschalgsplatz oder kriminalitätsbelasteter Ort. In meinem Beitrag zum Affective Societies Blog möchte ich es mir nich so einfach machen.
    In diesem Blogbeitrag beschreibe ich meine Erfahrung und Beobachtungen im Görli. Den diversen Interaktionen versuche ich mit dem Begriff des Affektiven Raumes zu nähern. Basierend auf den Konzepten der  Affective Arrangements und relationaler Räume (Martina Löw), versuche ich zu verstehen wie der Görlitzer Park auch außerhalb seiner physischen Grenzen Emotionen, Konflikte und Bereicherungen für die Akteur*innen hervorruft.
    Geschichtlich war der Ort cshon immer von einer besonderen Atmosphäre geprägt. Der Görli ist nicht nur eine Grünfläche, sondern ein lebendiger und komplexer Raum. Kurz – ein Symbol für die Herausforderungen und Chancen urbaner Räume.

    Ethnosymposium 2022 in Berlin - September 2022

    Vom 16. bis 18. September 2022 fand das 17. Ethnosymposium in Berlin statt. Unter dem Motto „Wahrheit(en), Lebenswelten und Realitäten – Seeing like an Anthropologist“ versammelten sich über 60 Studierende der Sozial- und Kulturanthropologie sowie Ethnologie. Das Symposium bot einen offenen und kreativen Raum für die Präsentation von Forschungsarbeiten, Diskussionen und experimentellen Workshops.Neben den fachlichen Programmpunkten förderte die Veranstaltung die Vernetzung von Studierenden aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Ein Highlight war der Vortrag von Maren Wirth mit dem Titel „The Temporality of Colonial Violence in Maasai Objects and Photographs“, in dem sie anhand konkreter Beispiele aus der Afrika-Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin die Möglichkeiten einer umfassenden Kritik des Kolonialismus thematisierte.Ich war mitverantwortlich für die Organisation, Finanzierung und Moderation des Ethnosymposiums. Besonders wichtig war es, eine Plattform zu schaffen, auf der Studierende nicht nur ihre Arbeiten vorstellen, sondern auch miteinander diskutieren, sich vernetzen und in einer kreativen Umgebung neue Ideen entwickeln konnten.

    AG Studivertretung der DGSKA - September 2023

    Gemeinsam mit Kommiliton*innen habe ich den Antrag zur Gründung der Arbeitsgruppe (AG) Studierendenvertretung innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) initiiert. Ziel dieser AG ist es, die Vernetzung von Studierenden auf überregionaler Ebene zu stärken und ihre Interessen innerhalb der DGSKA zu vertreten.Aktivitäten und Ziele der AG:

    • Vernetzung und Austausch: Organisation von regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen, wie beispielsweise die Vollversammlung aller Studierenden, um aktuelle Themen zu besprechen und den Austausch zu fördern.

    • Webpräsenz: Aktive Betreuung und Weiterentwicklung der Website, um Studierende über Neuigkeiten, Veranstaltungen und Möglichkeiten zur Beteiligung zu informieren.

    • Vertretung der Studierendeninteressen: Aktive Teilnahme an DGSKA-Veranstaltungen und -Entscheidungen, um die Perspektiven und Bedürfnisse der Studierenden einzubringen.

    Durch diese Initiativen möchten wir eine Plattform schaffen, die den Austausch fördert, die Sichtbarkeit der Studierenden erhöht und ihre aktive Teilnahme an der wissenschaftlichen Gemeinschaft unterstützt. Weitere Informationen zur AG und Möglichkeiten zur Beteiligung finden sich auf unserer Website.